Lernen im Wald

Der Jagdschutz- und Jägerverein Landsberg bietet Kindergärten und Schulen im Landkreis an, den Kindern in der Natur Wild und Wald näher zu bringen. Unterstützt von Schautafeln und Präparaten aus dem Wildland-Mobil des Bayerischen Jagdverbandes stellen die Jäger den Buben und Mädchen im heimischen Wald Schalenwild, Raubwild, Vögel sowie Sträucher und Bäume vor. Unten lesen Sie einen Bericht über die erste Veranstaltung dieser Art mit der Grundschule Issing; Interessenten können mit Stefan Berger Kontakt aufnehmen.
Wald Dachs“Heimat- und Sachkundeunterricht mit Vogelgezwitscher unter grünem Blätterdach – das bescherte der Jagdschutz- und Jägerverein Landsberg am Montag den beiden dritten Klassen der Grundschule Issing. Rund 40 Kinder erlebten einen Vormittag lang Natur pur und erfuhren dabei so einiges Wissenswertes über Schalenwild, Vögel, Raubwild sowie Bäume und Sträucher der heimischen Wälder.
Die Jäger hatten sich viel Mühe gegeben, um die Buben und Mädchen für den Wald und seine Bewohner zu begeistern: An insgesamt vier Stationen warteten Schautafeln und Präparaten aus dem Wildlandmobil des Bayerischen Jagdverbandes sowie ein Fachmann, der auf jede der zahllosen Schülerfragen eine Antwort wusste.
Wald VögelSo lernten die Kinder unter dem kritischen Blick eines im Baum angebrachten Uhus unter anderem, dass der Buntspecht runde, der Grünspecht dagegen ovale Löcher herstellt. Außerdem erklärte Mick Kratzeisen, dass Spechte nicht nur zum Nestbau und zur Nahrungsaufnahme, sondern auch zur Paarungszeit an Bäume klopfen. Rudolf Zehetner brachte ihnen vor Ort den Unterschied zwischen Fichte und Tanne, Eberesche und Holunder nahe und Stefan Berger erzählte den staunenden Kindern, dass Rehböcke jedes Jahr ihr Gehörn abstreifen und später wieder nachwachsen lassen.
Wald ReheBesonders spannend war die Raubwild-Station, bei der ein präparierter Fuchs vor einem verlassenen Bau wartete. Dort erfuhren die Kinder, dass Dachse im Gegensatz zu Füchsen sehr reinlich sind: Sie besitzen ein eigenes, vom Bau entferntes „Dachsklo“, das ihnen Berger nach einem Besuch beim Dachsbau zeigte.
Die Stationen waren bewusst ein Stück voneinander entfernt aufgebaut worden, damit die Kinder sich beim Marschieren durch den Wald austoben und die Natur hautnah erleben konnten. So entdeckten sie auf dem Weg Rehlosung (Kot), Spechtlöcher und sogar einen Maikäfer. Die Tiere halfen überhaupt bereitwillig mit: Nicht nur die Deutsch Drahthaar-Hündin „Hunter“, die ihrer Besitzerin Beate Karmann aufs Wort folgte und zeigte, wie gut ein Jagdhund ausgebildet ist. Auch ein Eichelhäher ließ zeitlich genau passend zur Erklärung seiner Person seinen Ruf durch den Wald hallen.Wald Bäume
Lehrerin Annett Feuereisl, die die vier Kindergruppen zusammen mit vier Müttern begleitete, hatte sich über das Angebot der Jäger sehr gefreut, wurden doch dabei gleich mehrere Themen aus dem Lehrplan behandelt: Ehrenamtliche Tätigkeit, das Berufsbild des Jägers, der Wald im Jahresverlauf und Pflanzen und Tiere der Heimat. Und auch die Kinder waren von ihrem Vormittag im Wald begeistert – zumal sie sich am Ende noch eine vom Jagdschutzverein spendierte Brotzeit freuen durften.